"Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" Auf dem Han, einer Anhöhe über dem Bliestal,
errichtete 1682-1683 "Meister Thomas Gampfer" an Stelle einer kleineren
Kapelle die Heilig-Kreuz-Kapelle. Bauherren waren die in Koblenz regierenden
Freiherren Carl Caspar und Damian Wolf von der Leyen, deren Wappen das Portal
ziert. In ihr wird das von Legenden umwobene Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit
den Pfeilen" verehrt. Überliefert ist die Geschichte von einem Eremiten, der
auf dem Brudermannsfeld bei Bebelsheim ein Vesperbild verehrte.
Vagabundisierende Soldaten beschossen mit
Pfeilen
die Marienstatue. Die Pfeile blieben stecken und es floss Blut aus den
entstandenen Wunden des Schnitzwerkes. Es wird berichtet, dass Gräfin
Elisabeth von Blieskastel, die an einer Augenkrankheit litt, durch Berühren
der Statue von ihrem Leiden geheilt wurde. Sie stiftete 1247 in Gräfinthal ein
Kloster, welches nun das Gnadenbild bewahrte. Betreut wurde das Kloster von
den Wilhemiten. Als die Stiftsherren 1786/86 Gräfinthal verließen und nach
Blieskastel gingen, nahmen sie das Gnadenbild mit. Die Ausleerungskommission
der Französischen Republik ließ das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den
Pfeilen" 1794 zur Versteigerung ausrufen. Den Zuschlag erhielten "die Jungfern
von Blieskastel". Man stellte es nun in die Sebastianskirche, der Pfarrkirche
von Blieskastel. Nach Auflassung der Sebastianskirche im Jahre 1809 wurde das
Gnadenbild in die neue Pfarrkirche von Blieskastel – die Schlosskirche -
übertragen und zur Verehrung am linken Seitenaltar aufgestellt 1829 fand das
Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ in der Kreuzkapelle auf dem Han
eine neue Heimat. Hier stand es unbeachtet mit Kleidern verhüllt an der linken
Seitenwand ziemlich hoch auf einer Konsole. Neu entdeckt wurde es erst wieder
1911 auf Anfrage des Gymnasialdirektors M. Basler aus Saargemünd. Bis 1924
betreute die Stadtpfarrei die Kreuzkapelle. Mit Einzug der Kapuziner in
Blieskastel 1925 übernahmen diese die Wallfahrtsseelsorge. Am 10. Juli 2005
erfolgte die offizielle Übergabe der Wallfahrt von den Kapuzinern an die
Franziskaner-Minoriten.